Klaus Straube, der musikalische Leiter der Kammeroper Augsburg, ist ein vielseitiger Künstler im Bereich des Musiktheaters. Er arbeitete bereits als Dirigent für Oper, Operette, Musical und Konzert, als Pianist für Liederabende mit Werken von der Renaissance bis zur Moderne, als Übersetzer, Bearbeiter, Rekonstrukteur, Arrangeur zahlreicher Werke unterschiedlichster Stilrichtungen und ist seit langer Zeit auch als Regisseur tätig.

 

In Mannheim geboren, studierte er an den Musikhochschulen Mannheim und Saarbrücken die Fächer Dirigieren (Prof. Siegfried Köhler), Klavier (Prof. Adrian Aeschbacher und Martin Galling), Komposition (Clemens Krämer), Gesang, Orgel, Flöte und Musiktheorie. Seine Studien vervollständigte er als Assistent von P. Boulez und A. Sumski beim Internationalen Jugendfestspieltreffen in Bayreuth, als Stipendiat bei den Internationalen Ferienkursen für Neue Musik in Darmstadt (bei Stockhausen, Boulez, Maderna, Ligeti). Hier nahm er auch an der Hauptarbeitstagung des Instituts für Neue Musik und Musikerziehung als Komponist und Interpret teil. Beim Internationalen Musikseminar in Weimar absolvierte er den Meisterkurs für Dirigieren bei Prof. Avid Jansons und für Chanson bei Gisela May. Seine berufliche Laufbahn begann er als Kapellmeister am Stadttheater Koblenz, danach wechselte er als 1. Kapellmeister an die Vereinigten Städtischen Bühnen Krefeld-Mönchengladbach, bevor er als Musikdirektor ans Stadttheater Lüneburg engagiert wurde. Von dort ging er als Musikalischer Oberleiter ans Theater Hof für über 10 Jahre. 2003 inszenierte und leitete er an seinem "alten" Haus die Nestroy-Parodie "Tannhäuser und die Keilerei auf der Wartburg", die wegen großem Erfolg sieben Jahre in Folge lief. 2002 bis 2003 war er als 1. Kapellmeister und stellvertretender GMD am Mainfrankentheater in Würzburg.

 

Gastspielverpflichtungen führten ihn an das Theater des Westens, Berlin; das Theater Detmold; die Staatstheater Saarbrücken und Hannover. Die Bad Gandersheimer Domfestspiele verpflichteten ihn 1986-1990 als ihren musikalischen Leiter, in gleicher Funktion ging er 1990-1996 an das Theater Baden-Baden und 1996-2002 zu den Ettlinger Schlossfestspielen, wo 2002 die Aufführung des Musicals "Hair" unter seiner Stabführung stattfand. Seit 1987 dirigierte er einige Jahre an der Pocket-Opera Nürnberg, 1999/2000 am Metropoltheater München "Falsettos", 1997 dirigierte er das Neujahrskonzert in Dresden und inszenierte und dirigierte das Musical "Chicago" am Theater in Coburg. Zahlreiche Gastspiele führten ihn u. a. in die Metropolen Hamburg, München, Frankfurt, Köln, Zürich und ins Bregenzer Festspielhaus.

 

Höhepunkte in Straubes künstlerischer Laufbahn waren 1984 die deutschsprachige Erstaufführung der RSC-Fassung von Gilbert/Sullivans "Pirates of Penzance" in eigener Übersetzung, Regie, Ausstattung und musikalischer Leitung; 1993 die Rekonstruktion und Aufführung der ältesten erhaltenen deutschen Oper "Seelewig" des Barockkomponisten T. von Staden in eigener Inszenierung, Ausstattung und musikalischer Leitung am Markgräflichen Opernhaus in Bayreuth, eine Produktion, die vom Bayerischen Rundfunk mitgeschnitten wurde; 1995 die "Ariadne auf Naxos" von Richard Strauss im neu erbauten Theater Hof; die Berliner (Ur-)Fassung des "Fliegenden Holländers" von Richard Wagner zum ersten Mal überhaupt und die kontinentale Erstaufführung des Musicals "Moby Dick", wiederum in eigener Übersetzung und musikalischer Leitung.